75 Jahr Feier

Hier finden Sie Bilder des Festgottesdienstes und der Ausstellung zu Unsere Geschichte sowie einen ausführlichen Bericht

Ausstellung zu Unserer Geschichte

Mitglieder der Historischen Interessengemeinschaft zu Besuch

Zum 75-jährigen Jubiläum wurde in der evangelischen Gnadenkirche eine umfangreiche Ausstellung mit vielen Original-Schriftstücken, Dokumenten der Kirchengeschichte der evangelischen Gemeinde und aus den evangelischen Bekenntnisschulen in Massing und Gangkofen, Zeitzeugenberichten, Berichten und Bildern des ehemaligen Evangelischen Altenheims in Aurolfing und einer Kopie einer Luther-Medaille eröffnet. Die Mitglieder der Historischen Interessengemeinschaft besuchten kürzlich die Sammlung und waren begeistert vom Umfang der gezeigten Dokumente und Bilder. 

Die Ausstellung ist mittwochs von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11.30 bis 17 Uhr und nach Absprache mit Pfarrerin Claudia Brunnmeier-Müller bis 22. November geöffnet.

Impressionen vom Festgottesdienst

Evangelische Kirche erinnerte an Gründung vor 75 Jahren


Vor 75 Jahren wurde die Evangelische Kirche in Deutschland gegründet. Wenige Monate nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beschloss die Evangelische Kirche einen Neuanfang bei einer Zusammenkunft im hessischen Treysa. Bei dieser ersten Konferenz evangelischer Kirchenführer vom 27. bis 31. August 1945 wurde die Evangelische Kirche in Deutschland als Zusammenschluss lutherischer, reformierter und unierter Landeskirchen gegründet. Die Kirchenkonferenz konstituierte den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und bestimmte dessen personelle Zusammenstellung. 

Mit einem eindrucksvollen Gottesdienst und dem ermahnenden Hinweis, das Geschenk des Friedens zu wahren und aus der Vergangenheit zu lernen, feierte die Evangelische Kirchengemeinde am vergangenen Sonntagvormittag in der Gnadenkirche das 75-jährige Bestehen. 

Mit aufgeschriebenen Erinnerungen von Zeitzeugen und aus dem Archiv der Historischen Interessengemeinschaft wurde an die Zustände, Nöte und Leiden in der Zeit des zweiten Weltkrieges zurückerinnert. 

 

Danach sei die Geschichte Evangelischen Kirchengemeinde Gangkofen eng verbunden mit den Folgen des zweiten Weltkrieges. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts habe es nur einzelne evangelische Familien im heutigen Gemeindegebiet gegeben, 1945 habe man jedoch 1700 evangelische Vertriebene gezählt, die in Gangkofen und Umgebung untergebracht worden seien. Einige von Ihnen seien geblieben und hätten in unseren Marktgemeinden, Dörfern und Weilern eine neue Heimat gefunden. Sie hätten eine Kirchengemeinde gegründet und in ihr ein geistliches Zuhause gefunden.

In ihrer Predigt verwies Pfarrerin Claudia Brunnmeier-Müller auf die die bleibende deutsche Verantwortung für die unzähligen Toten des Zweiten Weltkriegs. „Es war alles andere als einfach. Es brauchte Zeit, bis man einander vertrauen konnte. Es gibt ein Zeitzeugnis des Vertrauens in die Kirchengeschichte. Ein evangelischer Flüchtling bezahlte einer Luther-Medaille Lebensmittel. Es war eine Nachprägung eines Lutherthalers der Stadt Eisleben von 1661. Die Luther-Medaille war viele Jahrzehnte im Besitz der Familie Pfeffereder, die sie 2019 an die evangelische Kirche als Zeugnis jener Nachkriegszeit spendete“, dankte die Pfarrerin Franziska und Rudolf Pfeffereder für die außergewöhnliche Gabe. „Heute dürfen wir dankbar und fröhlich 75. Geburtstag feiern, allerdings im Bewusstsein und der Verantwortung, die wir als Erben derjenigen, die den zweiten Weltkrieg durchlebt haben, annehmen müssen, wie es 1947 im Darmstädter Wort zum politischen Weg unseres Volkes, dem Bekenntnis evangelischer Christen zur historischen Mitverantwortung der Deutschen Evangelischen Kirche für die Ursachen und Folgen des Nationalsozialismus, genannt wurde“, so die Geistliche. 

Feinfühlig ausgewählt war die Musik zum Erinnerungsgottesdienst. So spielten Birgit und Krut Wehle zur Einleitung „Expressive“ und zeigten damit die gedrückte Stimmung am Ende des zweiten Weltkrieges auf. „Drifting“ brachte die Gefühle der Verzweiflung, aber auch Hoffnung der Menschen zu Gehör. Auf die hoffnungsvolle Zukunft verwies „Andante cantabile“ und schließlich zeigte die Arie „Bist du bei mir“, wie wichtig es ist, dass Menschen in allen Lebenslagen zusammenhalten. 

Pfarrerin Claudia Brunnmeier-Müller dankte abschließend allen, die zum Gelingen des Erinnerungsgottesdienstes beitrugen. Weiter dankte sie den Bürgermeistern Matthäus Mandl (Gangkofen), Christian Thiel (Massing) und Otto Fisch (Rimbach) für die jahrelange, gute Zusammenarbeit. 

In den vergangenen Monaten erstellten Wolfgang Adler und Hermann Leipold mit tatkräftiger Unterstützung von Karl-Heinz Schönberger von der Historischen Interessengemeinschaft eine Chronik über die Jahre 1945 bis zur Kircheneinweihung 1956. 

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde eine umfangreiche Ausstellung mit vielen Original-Schriftstücken, Dokumenten der Kirchengeschichte der evangelischen Gemeinde und aus den evangelischen Bekenntnisschulen in Massing und Gangkofen, Zeitzeugenberichten, Berichten und Bildern des ehemaligen Evangelischen Altenheims in Aurolfing und einer Kopie der Luther-Medaille eröffnet. Die Ausstellung ist ab sofort in der Gnadenkirche mittwochs von 10 bis 17 Uhr, sonntags von 11.30 bis 17 Uhr und nach Absprache mit Pfarrerin Claudia Brunnmeier-Müller bis 22. November geöffnet.

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